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Dr. med. Franz Prohaska
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Fitness und Sport in der Schwangerschaft |
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In der Schwangerschaft wird körperliche Aktivität oft mit Gymnastik, Schwimmen und Spazieren gehen gleichgesetzt. Gesundheitsbewusste Frauen möchten jedoch auch darüber hinaus auf bisher betriebene und liebgewonnene Sport- und Fitnessaktivitäten ungern verzichten. In der gynäkologischen Praxis taucht deshalb die Frage nach "erlaubten" und "nicht erlaubten" Sportarten im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge regelmäßig auf. Die vom Frauenarzt gegenwärtig ausgesprochenen Empfehlungen basieren auf den Kenntnissen über die schwangerschaftsbedingten physiologischen Änderungen im Körper der Frau und im heranwachsenden Feten, sowie über die Änderungen bei sportlicher Betätigung. Da spezielle wissenschaftlich kontrollierte Untersuchungen zu diesem Thema bisher weitgehend fehlen, müssen definitive Antworten auf viele Fragen allerdings offen bleiben und entsprechende Empfehlungen immer zurückhaltend ausgesprochen werden. |
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A. Physiologische Veränderungen in der Schwangerschaft "Schwangerschaft ist Leistungssport" Eine normal verlaufende Schwangerschaft bedeutet für den Körper und den Stoffwechsel der Frau Veränderungen, die denen bei Leistungssportlern vergleichbar sind. Wie im Leistungssport kommt es zu einer Zunahme des Herzminutenvolumens, des Blutvolumens, des Blutdrucks, der Herzfrequenz, der Herzwanddicke, der Atemgrößen, des Grundumsatzes, der Wärmeentwicklung und des Blutzuckerbedarfs. Während jedoch der Leistungssportler Herz, Lunge und Stoffwechsel einer kurzfristigen Mehrbelastung mit entsprechenden Erholungsphasen aussetzt, stellt die Schwangerschaft eine 24-stündige, tägliche und mit zunehmender Intensität erfolgende Beanspruchung der Organe dar. Hinsichtlich des Belastungsgrades entspricht die Schwangerschaft "einem täglichen 10-km-Lauf, der am Anfang in 50 Minuten und am Ende in 40 Minuten gelaufen wird" (Prof. Dr. K. Jung, Sportmediziner).B. Positive Auswirkungen von Fitnesstraining und Sport in der Schwangerschaft Eine dem Schwangerschaftsstadium angemessene körperliche Aktivität, verbunden mit einem guten körperlichen Grundzustand und angepasster Ernährung, ist zu befürworten. Durch eine Zunahme des körperlichen und psychischen Wohlbefindens übt sie einen positiven Effekt auf die Schwangerschaft aus. Wohlbefinden, Fitness, Körperbeherrschung, Muskulatur des Rückens und Beckenbodens nehmen zu. Schwangerschaftsbedingte Beschwerden, die Neigung zu morgendlichem Unwohlsein, Stress, Thrombosen, Krampfadern und Hämorrhoiden nehmen ab.C. Sportarten in der Schwangerschaft Bei der Wahl der Sportart und der Intensität ihrer Ausübung müssen neben den physiologischen auch die morphologischen schwangerschaftsbedingten Veränderungen des Körpers berücksichtigt werden. Neben der offensichtlichen Gewichtszunahme findet infolge der wachsenden Gebärmutter eine Schwerpunktverlagerung des Körpers statt. Eine progressive Krümmung der Lendenwirbelsäule (lumbale Lordose) und Kippung des Beckens nach vorne werden von einer Kippung der Halswirbelsäule (HWS-Kyphose) nach hinten begleitet. Hormonell bedingt lockern sich im Verlauf der Schwangerschaft die Bänder, die Stabilität der Gelenkverbindungen nimmt ab. Generell sind Sportarten mit vorwiegend aerober Belastung, rhythmischem Bewegungsablauf, geringem Sturzrisiko und Betätigung großer Muskelgruppen gut geeignet, um auch während der Schwangerschaft ausgeübt zu werden. Extreme Beschleunigung, Abbremsung, Rotation, harte Stöße, hohes Sturzrisiko, anaerobe Belastung und vorwiegende Rückenlage müssen vermieden werden.
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